Simone Mäkelä – Wie ich meine eigene Wahrheit gefunden habe

Simone Mäkelä – Wie ich meine eigene Wahrheit gefunden habe

Mai 14, 2020 | Frauen inspirieren Frauen | 0 Kommentare

Das hier ist einer meiner persönlichsten Artikel. Weil ich mich dafür entschieden habe.  Offen, ehrlich, ungeschminkt. Und damit verletzlich und angreifbar.

Warum mache ich das?

Das hat zwei Gründe. Zum einen habe ich die Nase komplett voll von diesem „Du kannst alles schaffen, was Du Dir vorstellen kannst“ und „die Welt ist voller Glitzerstaub“. All diese glattgeschliffenen Geschichten von „wie ich es geschafft habe (und Du kannst es auch, wenn du es genauso machst, wie ich). Denn das macht etwas uns: Wir bauen unrealistische Erwartungen auf und wenn wir scheitern, fallen wir noch tiefer. Wir beginnen an uns zu zweifeln. Noch mehr als zuvor. Nicht mit mir! Ja, das Leben ist bunt und wunderschön. Aber eben nicht nur. Es gehören auch die schweren und dunklen Tage und Seiten dazu. Deshalb geht es nicht anders, als meine schwersten Stunden mit Dir zu teilen. Um Dir mit meiner Geschichte zu zeigen, dass gerade im tiefsten Tief Deine größte Kraft schlummert.

Es gab eine Zeit in meinem Leben, die mich sehr geprägt hat. Ich war beruflich in einem Umfeld unterwegs, in dem ich mich klein gemacht habe. Ich habe mich angepasst, um zu gefallen. Ich habe meine Meinung zurückgehalten, um nicht aufzufallen. Ich habe Staub gefressen, mich hin und her kommandieren lassen. Alles nur, damit ich keinen auf den Deckel bekomme. Angst hat mein Leben regiert. Angst vor allem Möglichen. Das hat soweit geführt, dass ich noch nicht einmal mehr wusste, was ich eigentlich konnte und was mich ausmacht – zumindest in Bezug auf dieses Umfeld. Ich hatte mich total ignoriert, bis ich mich vergessen hatte.

Ich erinnere mich gut daran, wie abhängig ich von der Meinung und den Erwartungen der Menschen in diesem Umfeld war. Wenn es Ärger gab, habe ich versucht, die Emotionen dieser Menschen aufzusaugen- in der Hoffnung, dass es ihnen dann besser geht. Mir ging es damit gar nicht gut, da ich nicht zwischen fremden und meinen Energien unterscheiden konnte. Ich habe in einem riesigen Wust aus allen möglichen Dingen gelebt – vor allem Dingen anderer Menschen.  Das war für mich normal.

Die Zeit war heftig.

All meine Lebensthemen wie: Klein machen, Unsicherheit, nicht erwünscht sein und das Gefühl falsch zu sein kamen auf einmal und mit einer Intensität, die mir komplett den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Der Preis dafür war hoch: Körperlich war ich müde und erschöpft. Und einige Kilo schwerer. Seelisch habe ich vergessen, wer ich bin. Vergessen, dass es eine andere Seite in mir gibt. Ich kam nicht auf die Idee, dass ich größer, weiter, lebendiger, kraftvoller oder gelassener sein könnte. Oder dass es eine andere Wahrheit über mich und mein Leben gäbe.

Lange habe ich es so akzeptiert. Immer wieder habe ich meine innere Stimme ignoriert. Eine Stimme, die mir schon zu Beginn dieses Projekts sagte: Nein! Und mir nachfolgend ständig wieder mitteilte: „Simone, Du musst hier raus.“ Immer wieder habe ich Gründe gefunden, um zu bleiben. Es gab einen Teil, der fest daran geglaubt hat, dass alles gut wird. Aber es wurde nicht gut.

Bis mir ein jemand sagte:

“Es ist Zeit, das Buch über Dich neu zu schreiben. Und zwar aus Deiner ureigenen Kraft heraus.”

Das klang verlockend. Aber ehrlich gesagt, konnte ich damit eine ganze Weile nichts anfangen. Ich wusste, dass es eine andere Seite an mir geben musste. Eine individuelle, einzigartige Energie, die es kein zweites Mal auf der Welt gibt. Mein Kopf hatte das verstanden – in meinem Inneren ist es nicht angekommen. Also habe ich mich auf den Weg gemacht. Schritt für Schritt. Ich habe als erstes gelernt, meine Energie von denen anderer zu trennen. Und zwar nicht nur die von mir und anderen Menschen, sondern auch von Orten oder Wesenheiten. Was mir damals abgefahren vorkam, ist heute völlig normal und auf eine Art logisch für mich. Nachdem ich so weitgehend frei von fremden Energien war, hatte ich einen Moment, in dem ich dachte: Hallo? Wer bist Du eigentlich? Denn ungefüllt von dem Zeug anderer fühlte ich mich plötzlich ziemlich leer an. Aber genau diesen Raum habe ich gebraucht. Es ist mein Raum, der dort entstanden ist, meine Kraft und meine Energie. Meine ureigene Wahrheit sollte dort einziehen.

Ich war ziemlich geflasht von der Erkenntnis, dass ich nicht etwas suchen oder neu erschaffen musste. Ich durfte etwas wiederfinden, was die ganze Zeit in mir geschlummert hat, ohne dass ich etwas ahnte! Diese Kraft erlaubt es mir, mich selbst zu spüren und aus diesem Gespür heraus mein Leben zu gestalten. Keine Zweifel mehr an mir selbst haben zu müssen. Vor Allem: Ich muss nicht mehr aus der Bedürftigkeit heraus agieren: Ich brauche XY, um glücklich zu sein. Mein Leben entsteht aus mir heraus und hat damit meine ganz eigene Kraft und Energie. Das ist eine wunderbare Erfahrung. Es war ein Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen war. Zuerst brauchte ich eine Weile, um mich wieder zu entdecken.  Den Raum zu schaffen und ihn mit mir zu füllen. Das war wunderschön, aber auch sehr anstrengend. Anstrengend, weil immer wieder meine alten Energien (vor allem die Angst) kamen und mich zurückwarfen. Auch das Umfeld hat mich in der alten Energie gehalten – mir sogar abgesprochen, dass ich etwas anderes sein könnte, als die die sie kennen.

Als ich einigermaßen stabil in meiner Kraft war, spürte ich, dass es Zeit zum Loslassen war. Ich musste mich aus diesem Umfeld lösen. Auch das war ein Prozess. Lange konnte ich mich trotz der neuen Kraft und der Klarheit nicht für einen Weggang entscheiden. Und selbst als die Entscheidung gefällt war, habe ich noch Monate damit verbracht, mit der Sache in Frieden zu kommen. Meine Anteile so weit aufzuräumen, dass ich meinen Abschied ohne Groll einreichen konnte. Es hat funktioniert. Ich habe es geschafft! Darauf bin ich sehr stolz. Dieser Moment hat mir gezeigt, dass sich dieser lange Weg gelohnt hat: Ich bin wirklich frei von den Erlebnissen der Zeit. Ich habe es wirklich gut und sauber aufgearbeitet. Meine Lebensthemen sind natürlich noch da. Sie werden mich begleiten – mit dem Unterschied, dass ich jetzt am Steuer sitze. Ich bin sehr dankbar, dass sie sich in dieser Intensität gezeigt haben. Meine Kraft hätte heute nicht diese Intensität, wenn ich nicht so weit am Boden gewesen wäre.

Ich habe gelernt, mir selbst zu vertrauen.

Und Vertrauen in das Leben zu setzen. Schritt für Schritt gehe ich meinen Weg und weiß, dass er der Richtige ist. Es geht nicht immer geradeaus – aber auch Umwege können durchaus reizvoll sein. Mein Leben ist auch jetzt nicht immer rosarot und voller Glitzerstaub. Aber es ist viel schöner, intensiver und kraftvoller geworden, weil ich erkennen und anerkennen kann, dass ich es erschaffen habe.

Schaue mal auf meiner Seite vorbei. Ich freue mich auf Dich!

 

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