Jessica Knackstedt – Wie ich meine Vereinbarkeit selbst gestaltet habe

Jessica Knackstedt – Wie ich meine Vereinbarkeit selbst gestaltet habe

Jan 16, 2020 | Frauen inspirieren Frauen | 1 Kommentar

„Wir haben leider keinen Krippenplatz für Sie!“
18 Monate alt waren meine Zwillinge da und ich war froh.
Ich wollte und konnte sie noch nicht in Fremdbetreuung geben.

Doch das Elterngeld war zu Ende, was also tun?
Für mich war klar, ich muss mir mein eigenes Geld verdienen.
Ich wollte keine Abhängigkeit von meinem Mann.

Und wie es der Zufall dann so will, bekam ich Jobs in Teilzeit angeboten.
Doch da gab es zwei Probleme.
1. Ich habe ein ruhendes Beschäftigungsverhältnis und
2. keine Kinderbetreuung.
Sonst hätte ich ja auch ganz regulär in meinen Job zurückkehren können.
Ein anderes Anstellungsverhältnis war für mich daher keine Option.

Doch ganz aus dem Kopf gingen mir diese Angebote nicht.
Und ich wollte ja auch mein eigenes Geld verdienen.
Ich recherchierte daher einige Tage im Internet und da war sie, die Lösung.

Eine Selbstständigkeit in Elternzeit

Ich stieß über die virtuelle Assistenz.
Und es schien genau das zu sein, wonach ich suchte.

Zwei Monate später war das Gewerbe angemeldet und ich war selbstständig in Elternzeit.
Ich hatte eine Website und Kunden für die ich arbeiten konnte.
Eine Selbstständigkeit war zuvor nichts, worüber ich jemals nachgedacht hatte.
Ich liebte meinen Angestelltenjob. Ich brannte für diesen.
Aber, ohne Kinderbetreuung hatte ich keine Möglichkeit zurückzukehren.
Das Schicksal zeigte mir neue Wege auf und ich war bereit diesen Weg zu gehen.

Ich bekam in den nächsten Wochen noch weitere Kunden hinzu und für den Übergang war es perfekt. Geplant war zum Start meiner Selbstständigkeit, dass ich ein halbes Jahr überbrücke. Denn die Anmeldung für die Krippe war auf den zweiten Geburtstag verschoben. Und wenn mir die Selbstständigkeit gefiel, dann hätte ich es parallel zu meinem Angestelltenverhältnis weiterlaufen lassen.

Ich bildete mich fort, um weitere Dienstleistungen anbieten zu können und um das, was meine Kunden beschäftigte besser nachvollziehen zu können. Ich nutzte dabei all mir zur Verfügung stehenden Ressourcen. Ich buchte Onlinekurse und Kongresse, ich hörte Podcasts und las einige Blogs. Ich folgte auf Social Media einigen Frauen, die diesen Weg bereits gegangen waren.

Mit dem zweiten Geburtstag erhielten wir die erneute Absage der Krippe.
Puhh, ehrlich, das war so nicht geplant.
Doch, ich freute mich über dieses weitere Jahr. Unser Bonusjahr, wie ich es nenne.
Denn, mich erfüllt das Muttersein zu 100% und ich bin unfassbar glücklich, dass ich die Möglichkeit habe bei ihnen zu Hause zu bleiben und ihnen beim Aufwachsen zuzusehen. Ich vermisse nichts.
Ich selbst war nie im Kindergarten und meine Mutter war bei uns daheim. Und wenn ich sehe, wie meine Freundinnen litten, war ich froh, dass wir die Krippe auslassen konnten.

Im Home Office bist du in der Regel Einzelkämpfer, Grund genug für mich um mich zu vernetzen. Ich schloss mich zwei Mastermind Gruppen an.

Im Austausch mit anderen virtuellen Assistenten bemerkte ich zwei Dinge.
Erstens, durch meinem alten Job bin ich sowohl Dienstleister als auch Verkäufer, was mir unfassbar hilft, im Vergleich zu den VAs, die aus reinen Bürojobs kommen.
Und zweitens, ich will gerne Frauen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit unterstützen.
Mein Wissen mit ihnen teilen und ihnen als Mentorin zur Seite stehen.
Ich will ihnen eine Alternative aufzeigen und ihnen Mut machen, sie inspirieren.

Denn nicht jede Frau ist glücklich darüber ihr 12 Monate altes Kind in die Betreuung zu geben. Doch wenn sie auf das Geld angewiesen ist und die Alternativen nicht kennt, hat sie keine Wahl.
Und was soll die Frau machen, die keine Kinderbetreuung bekommt, aber das eigene Einkommen für die Familie notwendig ist.

Eine Selbstständigkeit kann hier die Lösung sein, um eine eigene Vereinbarkeit zu gestalten und ich zeige, wie ich diesen Weg gegangen bin und meine Vereinbarkeit in die eigene Hand genommen habe. Ich gebe mein Wissen weiter, damit die Frauen diesen Weg für sich auch als Option sehen können.

Mein Blick in die Zukunft

Von meinen Kindern lerne ich jeden Tag, dass sie ganz im hier und jetzt leben und das finde ich wunderbar und versuche es auch.
Daher mache ich mir bewusst wenig Gedanken um die Zukunft.

Ich habe insgesamt eine Elternzeit von 6 Jahren.
Ob wir zum dritten Geburtstag einen Kindergartenplatz bekommen weiß ich nicht.
Und wenn ja, ob dieser dann ein vormittags oder ganztags Platz sein wird, werde ich im Januar erfahren. Wobei ganztags hier auch nur bis 15 Uhr heißt.
Und daher weiß ich auch nicht, ob ich nächstes Jahr in meinen Job zurückkehren kann. Doch all diese Unwissenheit belastet mich nicht.
Denn ich habe mir etwas aufgebaut, von dem ich leben kann und das mich erfüllt.

Zum Schluss mein Rat an dich.
Schau über den Tellerrand, jede von euch kann etwas, dass sie auch als Selbstständige anbieten kann. Habe den Mut, denn was kann schlimmstenfalls passieren, dass es funktioniert?!

Ich wünsche dir alles Liebe auf deinem Weg, egal wie dieser aussieht.

Und wenn du mehr über mich erfahren willst, findest du mich unter
www.jessica-knackstedt.de
www.instagram.com/zwillingsmutter.unternehmerin
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