Jaqueline Nehrkorn – vom Suizidversuch zur Selbstliebe

Jaqueline Nehrkorn – vom Suizidversuch zur Selbstliebe

Okt 8, 2020 | Frauen inspirieren Frauen | 2 Kommentare

Klingt heftig, war es auch. Ich teile meine Geschichte mit dir, um dir zu zeigen: Du hast alles, was du brauchst, bereits in dir! Ich habe den Glauben an mich verloren und ihn neu entdeckt.

Fast 20 Jahre lang habe ich mir gewünscht, jemand anderes zu sein.

Ich wünschte mir, eine schönere Vergangenheit und großartigere Fähigkeiten zu haben. Ich bin in ein Elternhaus geboren, das mir großen Wachstumsspielraum gegeben hat. Das sehe ich heute so und bin tatsächlich dankbar für meine Erfahrungen. Viel auf mich alleine gestellt und mit einer psychisch erkrankten Mutter ging ich früh auf Entdeckerreise im Universum. Psychologie, Philosophie und Spiritualität wurden meine Themen. Selbstreflektion, Selbststudium und die Verbindung mit der geistigen Welt prägten mich schon als Teenager.

In der Situation selbst fühlte ich mich jedoch alles andere als dankbar, wie du dir vielleicht denken kannst. Mein Leben wuchs mir schon als junger Mensch über den Kopf. Die Konflikte Zuhause formten den Eindruck, dass ich verantwortlich für den Schmerz meiner Mitmenschen war. Meine Leistungsfähigkeit nahm ab und ich konnte der Schule kaum folgen. Ich schleppte mich übermüdet in die Schule, wo ich nicht die Noten schrieb, die ich schreiben wollte. Und ich schleppte mich traurig nach Hause, wo ich nicht den Halt fühlte, den ich mir wünschte. Obwohl das niemand so gesagt hat und jeder das gegeben hat, was er konnte, fühlte ich bereits im Kindergarten: Ich bin nirgendwo in meinem Leben genug.

Mit den Herausforderungen meines Lebens gewann ich mehr und mehr den Eindruck, ein nutzloses und sogar abgrundtief schlimmes Wesen zu sein. Mein Alltag war geprägt vom weinenden Verzehren nach Liebe, nach Anerkennung, nach Wertschätzung. Schleichend wollte ich irgendwann nur noch die Erlösung davon.

Mein Körper kannte nur noch einen Zustand, der alles überschattete: Hilflosigkeit.

Mein komplettes System war verzweifelt und über Jahre hinweg spitzte sich die Vorstellung von meinem nahenden Lebensende zu. Es gab in meinem Leben zahlreiche Momente, in denen ich kurz vor dem Suizid stand. Und damit meine ich nicht den aufflackernden Gedanken, dass es vielleicht besser wäre, nicht mehr zu leben. Ich meine die Vorbereitung und Ausführung von Plänen. Kurz bevor ich das erste Mal am Abgrund stand und fühlte, dass ich bereit bin zu gehen, schaltete sich etwas anderes ein. Am ehesten war es wie eine Stimme aus dem Off:

„Es gibt mehr als das hier. Du siehst nicht alles. Tu’s nicht.“

Wenige Wochen zuvor hatte ich einen Teil meines Seelenlebens einer wahnsinnig liebevollen und engagierten Sozialarbeiterin anvertraut, deren Nummer ich in dieser Situation wählte: „Ich weiß nicht, was ich hier tue. Aber ich weiß, dass ich nicht mehr leben werde, wenn ich jetzt keine Hilfe bekomme“ sagte ich zu ihr. Sie wies mich an, den Hörer an meinen Vater weiterzugeben. Wenige Minuten später saßen wir im Auto. Auf 43 kg runtergehungert und mit zahlreichen Narben auf der Haut brachte er mich in die geschlossene Jugendpsychiatrie. Dort verbrachte ich 4 Monate. Mit meinem bisherigen theoretischen Wissen und meinem wieder erkannten Lebensdurst traf ich endlich Menschen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatten, Seelen heilen zu lassen. Euch gilt mein tiefster Dank und mein größter Respekt. Ich bin mir sicher, dass die Sozialarbeiterin sowie die Pflegekräfte und Ärzte der Psychiatrie mir das Leben gerettet haben. Auch wenn ich noch viele weitere Jahre mit Suizidgedanken und einem System im Dauerausnahmezustand lebte, legten diese Menschen den Grundstein für das LEBEN. Wichtigstes Learning in dieser Zeit war für mich: Die Intensität eines Gefühls zeigt dir nicht an, ob die Gedanken dahinter wahr sind.

Perspektivenwechsel retten Leben.

Ein neuer Lebensabschnitt begann. In meiner Familie brachte die neu gewonnene Sensibilität für psychische Erkrankungen und die therapeutische Hilfe für mich und auch meine Mutter viele Veränderungen hervor. In den nächsten zehn Jahren blickte ich meinen Monstern immer wieder ins Gesicht und verlor den Halt unter den Füßen. Die Menschen, die ich mir als Weggefährten aussuchte, retraumatiserten mich und stellten mir immer wieder Lebenssituationen bereit, in denen ich hätte erkennen können, dass es so nicht weiter geht. Irgendwann hatte ich meine Lektion zum Glück gelernt.

Noch wusste ich nicht wie, aber ich entschied mich dazu, mich selbst glücklich zu machen. Ich entschied mich, mich selbst lieben zu wollen, und aufzuhören, verzweifelt in anderen Menschen mein Glück zu suchen. Ich wollte mich nicht mehr in den Erwartungen anderer Menschen verlieren und aus unstillbarer Sehnsucht nach Anerkennung ein Leben führen, in dem ich nicht ich selbst sein konnte. Ich hatte aber keine Ahnung, wie ich das anstellen sollte.

In dieser Phase meines Lebens fand ein persönlicher Shutdown statt. Ich löste mich aus meiner toxischen Beziehung, nahm mir eine eigene Wohnung und verlor meinen Arbeitsplatz. Über ein Jahr lang kostete es mich all meine Energie, die ich aufbringen konnte, mich selbst wieder auf die Beine zu stellen – ohne mich dabei an äußeren Maßstäben zu orientieren. Ich holte mir alle Unterstützung, die ich benötigte: Finanzielle Absicherung durch Krankengeld, ambulante und (teil-)stationäre Therapien, berufliches und gesundheitliches Coaching und soziale Kontakte, die mir Raum für mich ließen. Den Anfang meiner weitaus gesünderen Lebensreise machte ich, indem ich in der Tagesklinik lernte, meine Gefühle konkret trennen und benennen zu können.

Die diffuse Hilflosigkeit und Anspannung verloren ihre Macht.

In der Verhaltenstherapie erfuhr ich, dass ich immer noch ein fürsorglicher und verantwortungsbewusster Mensch sein kann, wenn der Selbstzerstörungsdrang in den Vordergrund tritt. In meinem Coaching erlebte ich, dass ich meine Fähigkeiten und Bedürfnisse erforschen und ernst nehmen darf und muss, anstatt mich solange zu biegen, bis ich in meinem Umfeld funktioniere.

Es ist faszinierend, zu welchem Glück ich in der Lage bin, seit ich mich für all meine Ressourcen geöffnet habe. Ich habe mir Zeit genommen, mich kennen zu lernen und zu akzeptieren. Ich möchte jedem Menschen raten, sich mit der Unterstützung von außen auf den ganz eigenen Weg zu begeben. Ich stelle heute meine Bedürfnisse an die erste Stelle in meinem Leben. Und das kann ich besonders gut, weil meine analytischen und reflektierenden Fähigkeiten so hoch sind. Weil ich ein unermüdlicher Optimist mit riesigem Lebenshunger bin. Weil ich in genau dieses Leben geboren wurde. Mein Alltag ist von Selbstfürsorge und -reflektion geprägt, jeden einzelnen Tag. Lange habe ich gedacht, ich wäre zerbrochen und nicht in der Lage, ein erfülltes Leben zu führen. Aber diesen Blödsinn höre ich mich heute nicht mehr zu mir sagen. Bin ich deswegen geheilt? Vielleicht ja, vielleicht nein.

Vielleicht war ich schon immer heil, vielleicht ist Heilung ein lebenslanges Projekt.

Es kommt auf die Perspektive an. Ich betrachte meine psychische Gesundheit heute als stabil, ich bin in der Lage meine Ressourcen zu aktivieren und nutze weiterhin alles, was mich bei meinen Herausforderungen unterstützen kann.

Ich bin dankbar, ich zu sein. Ich bin dankbar für meine Vergangenheit und meine Fähigkeiten.

Rückblickend hat mein Kämpferherz die ganze Zeit geschlagen und mir Power für vieles gegeben. Ich habe mein Abitur nachgeholt, wurde als ausbildungsbeste Buchhändlerin geehrt, habe Philosophie und Germanistik studiert und anderen psychisch erkrankten Menschen ehrenamtlich Selbsthilfe geboten. Es lag vollkommen bei mir, das Zepter in die Hand zu nehmen, und mich für mich selbst zu entscheiden. Endlich erahne ich, welch großes Potenzial in mir und in uns allen steckt.

Heute nehme Stück für Stück meine großen Träume in Angriff. Ich habe mich als freiberufliche Lektorin selbstständig gemacht und nutze mein sprachliches Talent, um die Menschen zu unterstützen, die mehr Liebe in die Welt bringen. Unternehmer der Branche Persönlichkeitsentwicklung und Spiritualität sind meine Herzmenschen. Es bereitet mir die größte Freude, durch mein Tun ihre Arbeit noch mehr zum Glänzen zu Bringen. Und ganz sicher bin ich noch nicht am Ende meines Weges angekommen. Genauso wenig, wie du.

Heute habe ich einen guten Draht zu meiner Intuition und meinen Gefühlen. Als Lektorin für Wortpotenzial arbeite ich ganzheitlich mit meinen Herzmenschen und ihren Web-Texten.

Ich verbinde mich mit meiner Intuition und der gewünschten Textatmosphäre. Ich höre und vertiefe die Gefühle und Werte eines Herzmenschen.

Dies bildet die Besonderheit meines Lektorats aus. Denn ich kanalisiere Gefühle und Ziele meines Kunden in Worte. Wortpotenzial ist viel mehr als ein rein sprachliches Lektorat. Es ist Kunst und Weiterentwicklung in einem. Vor jedem Lektorat stimme ich mich auf die jeweiligen Bedürfnisse und die vor mir liegende Aufgabe ein, ich integriere bewusst Yin und Yang, sowie die Mondphasen um das beste Ergebnis zu erzielen. Als Projektor im Human Design bin ich wie ein lebendiger Scanner, was sich auch bei meiner Arbeit zeigt: Ich sehe die Lücken sofort und ich habe direkt die passende Füllung für sie parat.

Wenn du dich mit mir vernetzen möchtest, kontaktiere mich gerne über meine Website www.wortpotenzial.de oder via Instagram @jaqueline.wortpotenzial