Corina Schomaker – braucht es Schicksalsschläge, um die Augen zu öffnen?

Corina Schomaker – braucht es Schicksalsschläge, um die Augen zu öffnen?

Feb 20, 2020 | Frauen inspirieren Frauen | 0 Kommentare

Nun bin ich 40 Jahre alt und habe es geschafft, dass ich ich bin. Was bedeutet das eigentlich?

Ich habe viele Jahre gut gelebt, als Führungskraft gut verdient und dennoch wurde ich nach und nach unzufriedener. Familiäre Schicksalsschläge kamen hinzu und nahmen mir zusätzlich Kraft, meinen Träumen von einer Selbständigkeit nachzugehen. Mein Vater erkrankte schwer und wir pflegten ihn 8 Jahre zuhause bis er verstarb. Meine Mutter bekam immer wieder Krebs.

Ich war der lebensfrohe Motivator unserer Familie, die immer mehr zusammenwuchs. Als meine Mutter zum 6ten Mal Krebs bekam und nach langer Krankheit sechs Wochen vor der Geburt unseres inzwischen fast dreijährigen Sohnes verstarb, kam unser Sonnenschein zur Welt. Da war mir eines sofort klar: Jetzt ändere ich mein Leben!

Ich wollte etwas weitergeben, mehr Zeit mit meiner kleinen Familie verbringen und nicht zurück in einen 60-80-Stunden-Job. Ich wollte flexibel sein, Unternehmerin und Mutter zugleich sein. Dieses Mal handelte ich sofort und nahm während meiner Elternzeit ein langjähriges Mentoring Programm wahr.

9 Jahre vergingen, dass meine Mutter nach meinem Vater verstarb und mein Bruder und ich Waise wurden. Ein Gefühl, was ich fast nicht glauben konnte.

Als ich 13 Jahre alt war, hatte meine Mutter das erste Mal Krebs, ganz schweren Magenkrebs. Die Ärzte sagten, es ist ein Wunder, dass sie das überlebt hat. Es folgten Darm-, Schilddrüsen- und mehrmals Brustkrebs. Meine Mutter hatte es 5x überstanden. Ihr Lebenswille war immens stark, was auch darauf zurückzuführen war, dass sie für ihren Mann und ihre Kinder weiterhin da sein wollte. Wir haben als Familie immer zusammengehalten, gemeinsam über die Probleme gesprochen, über die Krankheiten, über Heilungsmethoden und das war sehr wichtig, offen über alles zu sprechen.

Nach dem Tod meiner Mutter hatten viele schlaue Sprüche parat wie “Einer kommt, einer geht.”

Das half mir jedoch nicht weiter. Da ich meine Mutter die ganze Schwangerschaft eng begleitet habe, habe ich fast ein halbes Jahr wieder mit ihr zusammengewohnt. Mein Mann und ich sind durch diese schwere Zeit noch enger zusammengewachsen und durch die Geburt unseres Sohnes schien trotz der Trauer täglich die Sonne.

Beruflich wurde ich allerdings durchgerüttelt. Ich wusste, dass ich etwas ändern will, aber kam nicht so richtig ins Handeln. Wer mich schließlich in dieser schweren Zeit beruflich weitergebracht hat, war ein Coach, der gemeinsam mit mir meine Vision auf Papier gebracht hat und mich darin bestärkte, endlich ins Handeln zu kommen. Denn ich träumte schon sehr lange davon, wie mein Vater, selbständig und unabhängig zu sein. Plan B Festanstellung war keine Option mehr.

Der Gedanke auch andere Frauen auf ihrem Weg zu begleiten, wurde immer stärker, gab mir Energie und brachte mich innerlich zum Strahlen.

Ich wollte schon sehr früh wie mein Vater sein, er war eines meiner Vorbilder, der über die Jahre aus dem Nichts heraus etwas geschaffen hatte. Als ich 20 Jahre alt war, erlitt mein Vater von heute auf morgen einen Hirnschaden und war nicht mehr „der Alte“. Die Ärzte sagten, er hätte keine 10% Überlebenschancen aus dem Koma wieder zu erwachen, aber das tat er. Er war schon immer ein Kämpfertyp. Wir waren so dankbar! Aber alles war anders, er erinnerte sich nicht, er hatte sein Kurzzeitgedächtnis verloren.

Zum Verständnis, was das genau bedeutet: Es war wie mit einem Kind, Du kannst zu Deinem 2-jährigen Kind nicht sagen „Ich geh schnell einkaufen, spiel mal kurz allein, bin gleich wieder da.“ Nein, es bedeutet 24 Stunden Aufmerksamkeit.

Wir pflegten meinen Vater zuhause und ich habe ihn auch ganze Wochenenden betreut, damit meine Mutter für sich eine Auszeit nehmen konnte.

Wir fuhren alle zusammen in Urlaube und Wochenendtrips, so dass wir uns gegenseitig unterstützen konnten. Wir waren froh und dankbar, dass er da war.

Aber natürlich ging mein Leben außerhalb davon weiter. Nach meinem Studium zur Diplom-Freizeitwissenschaftlerin wollte ich alles allein schaffen, keinen Job per Vitamin B. So kam ich in den Genuss über ein Jahrzehnt deutschlandweit Shopping Center als Center Managerin zu leiten. Es hat mir natürlich sehr viel Spaß gemacht, dazu verdiente ich sehr gut und ohne Kinder ist es auch kein Problem, von einem Ort in den anderen zu ziehen.

Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass ich in dem Hamsterrad drinsteckte, kein Risiko eingehen zu wollen. Aber eine innere Stimme sagte immer wieder, Selbständigkeit wäre ideal, unabhängiger und freier. Heute weiß ich, dass ich nur im Außen suchte, um dorthin zu gelangen.

Eine andere Stimme war meine Mutter, die immer wieder betonte, wie sicher es doch sei, so einen gut bezahlten Job zu haben und dass ich DEN doch nicht wirklich aufgeben wolle!?

Viele Jahre war ich hin- und hergerissen zwischen diesen Gefühlen, so dass ich alle paar Jahre den Arbeitgeber wechselte und mir erhoffte, dass es besser werden würde. Das einzige, was besser wurde, war das Gehalt. Die Tätigkeit änderte sich inhaltlich nicht und der Job erfüllte mich immer weniger.

So kam es, dass ich mich nach meiner Elternzeit letzten Sommer von meinem Arbeitgeber trennte und in die Selbständigkeit gegangen bin, nachdem ich meine fast über 1-jährige „Testphase“ gut überstanden hatte.

Ich bin meinem Mann sehr dankbar, der immer fest an mich glaubt und mir Kraft zum Weitermachen gibt, wenn es mal nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle. Das gehört zu jedem Business dazu.

Meine Mission ist es, Klarheit in die Gedanken und Gefühle der Frauen zu bringen, damit sie ihren individuellen Weg gehen! Raus aus dem Gedanken Teufelskreis und rein in Aktion.

Final beantworte ich auch meine anfängliche Frage: Nein, es braucht natürlich keine Schicksalsschläge, um die Augen zu öffnen! Ich habe viel zu viele Jahre gewartet, bis ich durchgestartet bin.

Liebe Frauen, geht euren persönlichen Weg, traut euch raus aus eurer gemütlichen Umgebung, startet jetzt mit der Klarheitsfindung und wägt nicht zu viel und zu lange ab!

“Ein Leben, das nicht zu einem passt, ist ein verpasstes Leben.” – Gerhard Uhlenbruck

 

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